22 neue genetische Risikofaktoren für Schlaganfall identifiziert

Zuvor wurden nur 10 genetische Risikofaktoren für einen Schlaganfall identifiziert.

Wissenschaftler, darunter auch aus Indien, haben 22 neue genetische Risikofaktoren für Schlaganfälle aus DNA-Proben von 520.000 Menschen weltweit identifiziert und damit die Zahl der Genregionen, von denen bekannt ist, dass sie das Schlaganfallrisiko beeinflussen, verdreifacht. Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Ursache für Todesfälle und für Behinderungen eingestellte Lebensjahre, aber seine molekularen Mechanismen sind nach wie vor wenig bekannt. Zuvor wurden nur 10 genetische Risikofaktoren für einen Schlaganfall identifiziert.

"Das Verständnis dieser neu identifizierten Risikofaktoren für Schlaganfälle sollte es uns auch ermöglichen, neue Behandlungsmethoden für Demenz zu finden", sagte Sudha Seshadri, Universität von Texas-San Antonio, USA. "Gefäßerkrankungen im Gehirn - eine Reihe von Schlaganfällen - können zu Demenz führen", fügte Seshadri hinzu.

Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Zeitschrift Nature Genetics, zeigten gemeinsame genetische Einflüsse mit mehreren verwandten vaskulären Bedingungen, insbesondere Blutdruck, aber auch koronare Herzkrankheit, venöse Thromboembolie und andere.

Die Verknüpfung dieser Ergebnisse mit umfangreichen biologischen Datenbanken liefert neue Hinweise auf Schlaganfall-Mechanismen und veranschaulicht das Potenzial der Genetik, um Wirkstoffziele für die Schlaganfall-Therapie zu identifizieren, so die Forscher.

Ein Schlaganfall kann durch Veränderungen in verschiedenen Teilen des Gefäßsystems entstehen, einschließlich großer Arterien, kleiner Arterien, des Herzens und des Venensystems, und die Forscher fanden genetische Risikofaktoren, die an jedem dieser Mechanismen beteiligt sind.

Die Studie zeigte, dass einige genetische Risikofaktoren zu spezifischen Mechanismen und andere zur Schlaganfall-Anfälligkeit im Allgemeinen beitragen.

Des Weiteren stellten die Forscher fest, dass sich einige von ihnen mit genomischen Bereichen überlappen, von denen bekannt ist, dass sie an verwandten vaskulären Zuständen wie Vorhofflimmern, Koronararterienerkrankung, Venenthrombose oder vaskulären Risikofaktoren, insbesondere erhöhtem Blutdruck und weniger Hyperlipidämie, beteiligt sind.

Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass die von ihnen identifizierten Gene in Wirkstofftargets für die antithrombotische Therapie angereichert sind, die verwendet werden, um verschlossene Blutgefäße bei Patienten mit akutem Schlaganfall wieder zu öffnen oder vaskuläre Ereignisse einschließlich Schlaganfall zu verhindern.

"Diese genetischen Erkenntnisse sind ein erster Schritt zur Entwicklung personalisierter, evidenzbasierter Behandlungen für diese sehr komplexe Krankheit. Sie liefern Hinweise auf mehrere neuartige, am Schlaganfall beteiligte biologische Signalwege, die zur Entdeckung neuartiger Wirkstoff-Targets führen könnten ", erklärt Rainer Malik von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Schau das Video: Der Heilung von Schlaganfall einen Schritt näher

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