Diese neue Substanz kann Tuberkulose bekämpfen

Die Substanz, Beta-Lacton EZ120 genannt, stört die Bildung der Mycomembran des Bakteriums.

Forscher haben eine Substanz entdeckt, die helfen könnte, das Bakterium zu bekämpfen, das lebensbedrohliche Tuberkulose (TB) -Infektionen verursacht. Die Substanz, Beta-Lacton EZ120 genannt, stört die Bildung der Mycomembran des Bakteriums. Da diese Membran bekannt dafür ist, die Wirkung vieler Medikamente zu hemmen, bietet diese neue Substanz die Hoffnung, gegen die Bakterien zu kämpfen, die eine Resistenz gegen antimikrobielle Medikamente entwickeln können. Es ist sogar in niedrigen Konzentrationen effektiv und wenn es mit bekannten Antibiotika kombiniert wird, wird seine Wirksamkeit um das bis zu 100-fache verbessert, so die Studie. "Vancomycin, ein häufiges Antibiotikum, und EZ120 arbeiten sehr gut zusammen", sagte der leitende Forscher Stephan Sieber, Professor für Organische Chemie an der Technischen Universität München in Deutschland. "Wenn sie zusammen verwendet werden, kann die Dosis um das 100-fache reduziert werden", sagte Sieber. Die Mycomembran des Tuberkuloseerregers Mycobacterium tuberculosis besteht aus einer Lipiddoppelschicht, die die Zellwand einkapselt und so eine äußere Barriere bildet.

Die Forscher fanden heraus, dass die Substanz die Biosynthese der Mycomembran hemmt und Mykobakterien effektiv tötet. Mithilfe von Enzymassays und massenspektroskopischen Untersuchungen konnte Johannes Lehmann von der Technischen Universität München nachweisen, dass der neue Inhibitor vor allem die Enzyme Pks13 und Ag85 blockiert, die eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Mycomembranen spielen. Die Wissenschaftler vermuten, dass durch die Störung der Mycomembran die Antibiotika leichter in die Bakterien gelangen können. "Dies ist ein neuer Wirkmechanismus und könnte ein Ausgangspunkt für neuartige Tuberkulose-Therapien sein", sagte Sieber.

Bild: Shutterstock

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