Ein Interview mit Koshin Paley Ellison

Sensei Koshin Paley Ellison ist Zen-Lehrer und Mitbegründer mit seinem Partner Robert Chodo Campbell vom New Yorker Zen-Zentrum für kontemplative Pflege - der führenden Organisation, die kontemplatives Training mit Pflege durch Studium, Pflege und Meditation verbindet und integriert. Er dient an der Fakultät von zwei medizinischen Schulen, ihr Curriculum wird jetzt in fünfunddreißig medizinischen Residency-Programmen umgesetzt, und sie haben über 1100 Ärzte aus der ganzen Welt in kontemplativen Ansätzen zur Pflege der Sterbenden geschult. Wir setzten uns zu ihm und sprachen über sein Buch Wach am Bett.

Gaiam: Warum ist das ein wichtiges Buch zum Lesen?

Koshin Paley Ellison: So oft fühlen sich Menschen, die mit Sterbenden arbeiten, oder Menschen, die selbst sterben, alleine und haben keine Karte. Dieses Buch wurde als kontemplative Unterstützung, als Begleiter, als Freund für diejenigen, die sich um die in Not und im Sterben befindlichen Menschen kümmern, und für diejenigen, die in Not sind und ihr eigenes Sterben erleiden müssen, geschaffen.

Gaiam: Was sind einige der wichtigsten Erkenntnisse, die Sie von der Bearbeitung dieses Buches hatten?

Koshin Paley Ellison: Dieses Buch ist ein Leitfaden dafür, wie wir im Angesicht des Todes mit uns selbst und denen, für die wir sorgen, umgehen können. Dies kann eine so verletzliche Zeit im Leben der Menschen sein, und wir werden alle damit konfrontiert werden. Dieses Buch ist wichtig, weil es die führenden Stimmen des Mitgefühls dazu bringt, weise Ratschläge und den Kampf anzubieten.

Gaiam: Wenn das Erwachen am Bett das "Zuhören" ist und mit sich selbst und anderen am Ende des Lebens ist, was können wir lernen, freundlicher und präsenter füreinander zu sein, solange wir noch am Leben sind?

Koshin Paley Ellison: Sterben ist oft kein Notfall. Das Leben ist kein Notfall. Wie werden wir langsamer und atmen durch? Setz dich hin und sei da, wo du bist. Für mich ist dies der Beginn des Lernens, zuzuhören und freundlicher zu sein. Wenn wir in einem abgelenkten und angstvollen Zustand bleiben, lernen wir nicht viel.

Einmal war ich mit einer Familie in der Notaufnahme und der Vater von vier Töchtern und seine Frau waren entsetzt. Sie blieben in einem Kreis ungefähr drei Fuß von dem Bett ihres sterbenden Vaters. Ich bemerkte, dass der Vater etwas sagte. Ich fragte, was er sagte. "Wir wissen es nicht!" Sagten sie. Also ging ich zu dem Mann in der fötalen Position im Bett. Ich beugte mich vor und legte mein Ohr an den Mund. Leise wiederholte er wieder und wieder: "Halt mich. Halte mich fest. Halte mich fest."

Als ich der Familie erzählte, was er sagte, fragte ich, wie sie ihn gerne halten würden. Sie waren vor Angst erstarrt. "Deshalb haben wir dich angerufen." Zuerst hielt ich ihn mit meinen Armen fest. "Halte mich mehr", sagte er. Also bin ich mit diesem älteren Mann ins Bett gegangen und habe ihn umarmt. "Ja", sagte er, "so." Und nach ein paar Augenblicken starb er. Manchmal müssen wir nur langsamer werden und zuhören.

Gaiam: Wie hilft uns Meditation, "wach" zu sein?

Koshin Paley Ellison: Um Meditation von ganzem Herzen zu praktizieren, müssen wir uns selbst kennenlernen. Das Selbst zu studieren heißt, das Selbst erweichen zu lassen und aufnahmefähig zu sein. Erweichen und aufnahmefähig sein heißt, die Welt in uns eintreten zu lassen. Das ist es, was ich als "wach" erlebe. Also, empfänglich und verletzlich zu sein, ist Wachheit. Für mich ist deshalb tägliche und momentane Übung essentiell.

Gaiam: Was sind die fünf wichtigsten Dinge, die ein Leser vom Lesen des Buches "wegnehmen" wird?

Koshin Paley Ellison: Wunderbare Frage! Mein Wunsch für die Imbissbuden sind:

  1. Verbindung erleben. Es sind viele andere auf dem Weg mit dir.
  2. Trainieren. Am Bett wach zu sein, ist eine Übung, die wir nie gut machen. Das sind die guten Nachrichten! Fall runter und steh auf!
  3. Intimität ist immer möglich. Wenn wir uns hineinlehnen, können wir die Möglichkeit, uns selbst und andere (und andere, um sich selbst und uns zu erkennen) auf völlig neue Weise kennen lernen.
  4. Ein Moment, eine Chance. Alles, was wir wirklich haben, sind unsere Handlungen und was wir mit unserem Leben tun. Verpassen Sie es nicht.
  5. Schätze dein Leben. Das Leben ist wertvoll und ist wie eine Blase in einem Strom, ein Blitz in einer Sommerwolke. Liebe voll. Warte nicht. Halte dich nicht zurück.

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