Kann die Beschneidung das Risiko für Peniskrebs senken?

Kinder- und Jugendbeschneidung kann dazu beitragen, das Auftreten von Peniskrebs zu verhindern.

Peniskrebs ist eine der seltensten Krebsarten bei Männern mit einer globalen Inzidenz von weniger als einem Fall in 1 00 000 Personenjahren. Es stellt ungefähr 0,5 Prozent aller Krebserkrankungen unter Männern in den entwickelten Ländern dar. Was es aber an Prävalenz vermisst, gleicht es in Gefahr und Entstellung aus. Plattenepithelkarzinome des Penis oder Peniskarzinome führen zu einer Genitalverstümmelung, die sehr viele körperliche Unannehmlichkeiten und emotionalen Zwang verursacht. Das liegt daran, dass Peniskrebs grundlegende Körperfunktionen wie Urinieren und penetrierenden Sex beeinträchtigen kann.

Die Hauptrisikofaktoren für Peniskrebs sind Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) und Phimose, eine körperliche Erkrankung, bei der die Vorhaut zu eng wird, um über den Kopf des Penis gezogen zu werden. Obwohl es sich um eine seltene Krebsart handelt, ist die mit der Krankheit verbundene Sterblichkeitsrate sehr hoch. Selbst nachdem die Person die Krankheit überlebt hat, wird ihre Lebensqualität aufgrund der durch Peniskrebs verursachten Genitalverstümmelung stark reduziert. Deshalb müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Krankheit zu verhindern, anstatt sie zu heilen.

Warum Beschneidung?
Männliche Beschneidung beinhaltet die Entfernung der Vorhaut aus dem menschlichen Penis. Es kann aus medizinischen sowie religiösen oder kulturellen Gründen durchgeführt werden. Diese Praxis ist in islamischen und judaistischen Gemeinschaften üblich, wo junge Jungen eine Beschneidung durchlaufen, um ihre Einweihung in die Religion zu markieren. Aber im Kern dessen, was als religiöser Brauch gilt, ist eine Praxis, die viele gesundheitliche Vorteile hat. Männliche Beschneidung verbessert die Hygiene, reduziert das Risiko von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, verhindert Harnwegsinfekte und verbessert sogar die sexuelle Funktion und Zufriedenheit. Verringert die männliche Beschneidung das HIV-Risiko?

Reduziert die Beschneidung das Peniskrebsrisiko?
Es wurde lange vermutet, dass die Beschneidung sogar das Risiko von Peniskrebs verringern könnte. So haben die Forscher 2011 die vorhandenen Beweise überprüft, die einen Zusammenhang zwischen männlicher Beschneidung und Peniskrebs gezeigt haben. Die Überprüfung ging über acht Papiere, die den Zusammenhang zwischen Peniskrebs und Beschneidung ausgewertet.

Die Studie sagte, dass die Beschneidung im Kindes- oder Jugendalter Schutz gegen Peniskrebs bot, aber einige Beweise besagen auch, dass das Risiko für Peniskrebs bei Männern, die beschnitten wurden, hoch war. Die Studie fand auch heraus, dass die Beschneidung gegen invasiven Peniskrebs wirkt, bei dem sich die bösartigen Zellen in andere Teile des Körpers ausbreiten können. Aber es gab keine Beweise dafür, dass die Beschneidung das Risiko von in situ Peniskrebs, wo sich die Krebszellen nicht ausgebreitet haben, reduziert.

Phimose ist einer der stärksten Risikofaktoren für Peniskrebs. Die Studie fand heraus, dass die Durchführung der Beschneidung im Kindes- und Jugendalter als Maßnahme gegen Phimose eine positive Wirkung auf invasiven Peniskrebs hat.
Die Überprüfung ergab, dass das Risiko für invasiven Peniskrebs bei beschnittenen Erwachsenen größer war. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Beschneidung bei diesen Erwachsenen zur Behandlung von Peniskrebs, einer Krebsvorstufe oder zur Behandlung eines Gesundheitsproblems, das ein Risikofaktor für Peniskrebs sein könnte, wie Phimose oder entzündete Vorhaut, durchgeführt wird.

Funktioniert die Beschneidung wirklich gegen Krebs? Die Daten deuten darauf hin, dass die Beschneidung vor invasivem Peniskrebs schützt, wenn sie im Kindes- oder Jugendalter durchgeführt wird. Das liegt daran, dass die Beschneidung die Phimose, einen Hauptrisikofaktor für Peniskrebs, behebt. Es wird postuliert, dass die Beschneidung zusammen mit der HIV-Prävention auch dazu dienen könnte, Peniskrebs zu reduzieren.

Referenz:

Larke, N.L., Thomas, S.L., dos Santos Silva, I., und Weiss, H.A. (2011). Männliche Beschneidung und Peniskrebs: eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse.Krebs Ursachen und Kontrolle22(8), 1097-1110. //doi.org/10.1007/s10552-011-9785-9

Bildquelle: Shutterstock

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